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Deine Lakaien
Deine Lakaien Acoustica 27.03.2019 Dresden Lukaskirche

05.05.2019
Nach der genialen XXX 30 Years Retrospective Tour im 2017/18 hat man sich ja gefragt, was jetzt kommt, und Deine Lakaien haben uns mit der Ankündigung zu „Acoustica, A Festival Night“ die Antwort gegeben.

Dresden Lukaskirche 27.03.2019

Aber was da wirklich genau passiert wusste man ja auch nicht. Helium Vola, Veljanov, Deine Lakaien… das war bekannt, aber als kurz vor Tourstart Goran Trajkoski und Igor Zotik via Facebook ihre Beteiligung ankündigen, wird’s nochmal richtig spannend.

Also, auf nach Dresden und der Sache auf den Grund gehen ;-). Nach einer unspektakulären Anreise erreichen wir die Lukaskirche und stellen fest, dass da immer noch Baustelle ist. Seit unserem letzten Besuch im Jahr 2012 scheinen die Gerüste einfach nur ein Stück weiter gewandert zu sein. Wenigstens funktioniert der Einlass über den Haupteingang wieder.

Das ist heute übrigens das dreizehnte mal, dass Deine Lakaien in Dresden auftreten (und das 3. Mal hier in der Lukaskirche). Naja, in über dreißig Jahren kommt so Einiges zusammen ;-).

Heute ist nicht nur ausverkauft, sondern auch freie Platzwahl, und so versammelt sich das Publikum schon recht zeitig vor der Kirche. Gegen 18.30 Uhr ist Einlass und das Kirchenschiff füllt sich zügig. Die obligatorische Stunde bis zum Konzertbeginn vergeht wie im Fluge mit lustigen und spannenden Gesprächen unter anderem mit Emese, Ildiko und Bence, die extra aus Ungarn angereist sind.

Dann wir es dunkel. Fast unmerklich begeben sich Ernst Horn und Sabine Lutzenberger auf ihre Plätze. Alles starrt gebannt auf die Bühne und: Bäng. Ernst Horn hämmert den Unterarm auf die Tastatur des Flügels… So, jetzt sind erstmal alle wach und lauschen aufmerksam dem ersten Stück des Abends „Avoi che amate“, das dann nahtlos in „Saber d’amor“ übergeht. „Uf der Linden“ und „Printemps“ schließen sich an und auch das im Original sehr elektronische „Omnis Mundi Creatura“ findet sich hier im akustischen Gewand. Ernst Horn hat den Flügel mal wieder mit allerlei Gegenständen präpariert um ihm die unterschiedlichsten Sounds zu entlocken. Das klappt auch ohne Elektronik wunderbar. Man muss halt nur wissen, wann und wo man Haarklammern, Papierbögen, Gläser und ähnliches einsetzt :-). Das Publikum zeigt sich recht angetan und spendet brav Applaus, ist aber nicht ganz so enthusiastisch, wie man es hier schon des öfteren erlebt hat. Nach „Frauenklage“ und „Selig“ sieht man zu aller Überraschung Alexander Veljanov auf die Bühne kommen, der zusammen mit Sabine Lutzenberger das letzte Helium Vola Stück „The unquit grave“ singt. Wie genial ist das denn? Diese beiden eindrucksvollen Stimmen so zusammen zu hören ist schon ein Hochgenuss. Damit endet das Set von Helium Vola, Sabine Lutzenberger verabschiedet sich vom Publikum und verlässt mit Ernst Horn zusammen die Bühne.

Igor Zotik begibt sich an den Flügel, Goran Trajkoski an die akustische Gitarre und es geht weiter mit „Veljanov“. Das erste Stück des Abends ist „Annabell Lee“, ein Song der auf keinem der regulären Veljanov Alben zu finden ist, sondern auf einem Sampler zum Thema Edgar Allen Poe.

Ein schöner Auftakt für den zweiten Akt der „Acoustica Festival Night“. Es folgen mit „Town by the River“, „Das Lied vom einsamen Mädchen“, und „The wind“ Stücke aus dem 2001 erschienen Album „The sweet life“. Mit dem nächsten Song gelingt Alexander Veljanov eine echte Überraschung. Die zweite Coverversion des Abends (die erste war ja „Das Lied vom einsamen Mädchen) „I, who have nothing“ wurde schon von vielen Künstlern interpretiert unter anderem Shirley Bassey und Tom Jones (wer mehr über den Song wissen will, hier klicken https://en.wikipedia.org/wiki/I_(Who_Have_Nothing) :-). Herr Veljanov und seine Mitstreiter liefern hier eine beeindruckende Version ab, die keinen Vergleich zu scheuen braucht. Als nächstes stehen mit „Summer nights“ und „Because of you“ zwei Stücke aus dem ersten Veljanov Album „Secrets of the silver Tongue“ auf dem Programm. Die akustische Umsetzung steht auch diesen Songs außerordentlich gut zu Gesicht, nicht zuletzt dank Goran Trajkoskis Gitarre und Igor Zotiks Klavierspiel. Auch „Nie mehr“ steht dem in nichts nach. Als Herr Veljanov „Fly away“ mit den Worten „Wer nimmt mich mit?“ ankündigt kommt natürlich prompt ein lautes und deutliches „Ich“ aus dem Publikum ;-). Allgemeine Erheiterung und dann kommt das Publikum zum Abschluss des Veljanov Sets in den Genuss von „Fly away“. Die Musiker werden mit anhaltendem Applaus in die Pause entlassen und so endet der erste Teil des heutigen Konzertabends.

Da kann man mal durch schnaufen und das alles auf sich wirken lassen. Zuerst Helium Vola: immer wieder erstaunlich wie die Studioversionen ins akustische übersetzt werden, getragen von Ernst Horns Klavierspiel und seinem Einfallsreichtum beim Präparieren des Flügels und natürlich Sabine Lutzenbergers wunderbarer Stimme. Dann Veljanov, vom teilweise rockigen Ansatz der Alben zum chansonhaften, fast jazzigen der Akustikversionen.

Nach ca. 20 Minuten Pause wird es Zeit sich wieder auf seinem Platz zu begeben, denn nun folgt: Deine Lakaien. Ernst Horn und Alexander Veljanov begeben sich auf die Bühne und eröffnen das Konzert mit „Where the winds don’t blow“. Das Publikum gibt sich auch ein bisschen lebhafter, aber da ist noch Luft nach oben ;-). Schön übrigens, dass es während der musikalischen Darbietung angemessen leise ist. Es folgen einige Stücke, die es auch schon auf die Setlist der XXX 30 Years Retrospective Tour geschafft haben, aber mit „Wunderbar“ und auch „2nd sun“ gibt auch mal wieder etwas Neues zu hören. Zumindest was die akustische Variante angeht. Gerade „2nd sun“ wurde ja schön länger nicht mehr „live“ gespielt. Herr Veljanov ist bestens bei Stimme und auch Herr Horn lässt am Flügel keine Zweifel aufkommen, wer der Herr der Tatsen ist.

Es geht geht weiter kreuz und quer durch die Deine Lakaien Historie. Auf „Gone“ folgt mit „Down, down, down“ ein ganz alter Klassiker, mit „Without your words“, dass übrigens auch ganz wunderbar akustisch funktioniert, geht es wieder in die Gegenwart und von da aus mit „Return“ und „The game“ wieder in der Zeitlinie zurück. Das Publikum bedenkt den Vortrag der Herren mit Applaus, der jetzt auch ein bisschen heftiger ausfällt. Mit „Follow me“ ist man dann am Ende des regulären Sets angekommen, bedankt sich beim Auditorium und verlässt die Bühne.

Klar, das wars natürlich noch nicht und so lassen sich Deine Lakaien vom Jubel des Publikums nochmal auf die Bühne locken. „Eternal sun“ gab es zwar schon auf der letzten Tour zu hören, passt aber hier im Akustikgewand auch wunderbar ins Programm. „Wir gehen weit zurück“ kündigt Herr Velajnov an und da er noch ein wenig auf Herrn Horn warten muss, der noch im Flügel „arbeitet“ fügt er hinzu „ so weit… das dauert natürlich etwas länger“. Das Warten hat sich aber gelohnt, denn mit „My Decision“ wird zum Schluss nochmal ein lange nicht gehörter Klassiker geboten. Das Publikum möchte aber noch mehr und so lassen sich Ernst Horn und Alexander Veljanov nicht allzulange bitten und erscheinen nochmal auf der Bühne. Diesmal haben sie auch Sabine Lutzenberger, Igor Zotik und Goran Trajkoski mitgebracht. Und was jetzt folgt ist wieder eine dicke Überraschung. Kein „Dark Star“ oder „Love me to the end“, nein, es folgt „Nuestres Vidas“ von Helium Vola, dargeboten von allen Akteuren des heutigen Abends. Das hat dann auch das etwas zurückhaltende Publikum hier in Dresden überzeugt und es gibt die verdiente Standing Ovation für des Ensemble.

Zu erwähnen ist übrigens auch wieder das Licht Es gibt keinen gestalteten Hintergrund, die wenigen Strahler beziehen den Raum mit ein und sorgen für eine sparsame, aber umso stimmungsvollere Lichtinszenierung.

Das war also das erste Konzert der Acoustica-Tour 2019. Deine Lakaien haben nicht zuviel versprochen. Die akustische Version der 30 Years Retrospective hat nochmal einige musikalischen Highlight hervorgebracht und die Musiker, gerade im Hinblick auf Veljanov und Helium Vola nochmal in neuem Licht gezeigt. So kann das weitergehen. Man sieht sich dann in Berlin :-).

Hier gehts zu Deas Fotos

Helium Vola

1. Avoi che amate

2. Saber d’amor

3. Uf der linden

4. Printemps

5. Omni mundis creatura

6. Frauenklage

7. Selig

8.The unquiet grave

Veljanov

1. Lied für Annabell Lee

2. Town by the river

3. Das Lied vom einsamen Mädchen.

4. The wind

5. I who have nothing

6. Summer nights

7. Because of you

8. Nie mehr

9. Fly away

Pause/Break

Deine Lakaien

1. Where the winds don’t blow

2. Where you are

3. Wunderbar

4. Over and done

5. 2nd sun

6. Gone

7. Down, down, down,

8. Without your words

9. Return

10. The game

11. Follow me

Zugaben/Encore

12. Eternal sun

13. My decision

14. Nuestras Vidas